Leerlaufschalter

Von Gereon 'G2' Glombitza:

Einleitung

Außer den üblichen Betriebsmitteln wie Reifen, Kette, Batterie und Bremsbelägen gibt es nur wirklich wenige Teile an der Transalp, die durch programmierten Verschleiß auffallen. Das erste und teuerste ist die Zündbox (CDI), das zweite und billigste ist der Leerlaufschalter.
Dessen Lebensdauer beträgt im Mittel etwa 60-70 Mm.

Der Verschleiß wird offensichtlich, wenn die Leerlaufkontrolleuchte zeitweilig oder ständig den Dienst versagt.
Im Prinzip wär's ja egal, man merkt ja auch selber, ob man den Leerlauf drin hat oder nicht.
Dumm ist nur: die Motorelektronik kriegt's nicht mehr mit und denkt, es wäre ein Gang drin. Das merkt man daran, daß man z.B. nur noch bei gezogener Kupplung starten kann.

Das Ersatzteil ist nicht wirklich teuer (ca. 15 EUR, Stand Juli '03) und kann mit ein paar Handgriffen selbst ausgetauscht werden - gewußt wie :-).

 

Wechsel des Leerlaufschalters - how to....

Der Schalter sitzt unter der Ritzelabdeckung an der linken Motorseite. Zunächst stellt man das Mopped auf den Hauptständer oder sorgt auf andere Weise für senkrechten Stand, z.B. durch Anlehnen an den besten Kumpel von allen, dem man abends dafür ein Pils bezahlt.

Das sollte man tun, da der Ausbau des Schalters einen Zugang ins Motorinnere öffnet, durch den unerwünschte Mengen an Öl austreten können, wenn die Alp auf dem Seitenständer steht - vorausgesetzt, es ist überhaupt genug Öl drin ;-).

Zunächst ist die Schraube, die den Schalthebel fixiert, zu lösen und zu entfernen, anschließend kann der Schalthebel abgezogen werden (auf der Schalthebelwelle befindet sich ein Körnerpunkt, dieser fluchtet im Original-Schalthebelanbau mit der Nut der Schalthebelklemmung, wenn man sich vor dem Abziehen des Schalthebels merkt, wie das beim eigenen Mopped ist, kann man den Schalthebel später leicht wieder in der vorherigen Position montieren).

Nun werden die beiden Schrauben, die die Ritzelabdeckung halten, entfernt und die Ritzelabdeckung abgenommen, das bringt freie Sicht auf's Antriebsritzel.
Stellt man sich das Antriebsritzel als Uhr vor, dann ist der Schalter zwischen sieben und acht zu finden. Der Kabelkontakt ist mit einer Gummitülle abgedeckt, durch die ein grün/rotes Kabel führt (Bild 1). Meist tarnt das Kabel seine Farbe aber mit schwarzem Kettenfettknarz. Sollte das der Fall sein, sollte man in der ganzen Umgebung erstmal ordentlich saubermachen, damit der Dreck hinterher nicht ins Getriebe fällt. Die Bilder geben da ein schlechtes Beispiel, aber dieser Motor ist eh schon im Eimer... .

 

Bild 1: Position des Leerlaufschalters

Man zieht den Steckkontakt mit der Gummitülle ab. Der kann recht fest sitzen, nicht wild reissen, sonst hat man hinterher das blanke Kabelende in der Hand. Wenn das vollbracht ist, schaut man auf das äußere Schalterende, das einen SW-14-Kopf hat (Bild 2).
Auf diesem Foto zeigt der gute Bastelonkel übrigens auch zufällig, wie man ein Zubehörritzel richtigrum anbringt: nämlich mit der erhabenen, dicken Seite nach außen.

Bild 2: Der freigelegte Leerlaufschalter

Man nehme eine passende Nuß und drehe den Schalter heraus. Der Zugang zum Motorinneren wird frei. Unwesentlich für die Aktion, aber schlecht für den Garagenboden, wenn die Alp jetzt nicht senkrecht steht.

Bild 3: Sitz des Leerlaufschalters

Und so sieht er im ausgebauten Zustand aus. Die Dichtung zum Motor schafft ein kleiner Kupferring, den man sicherheitshalber direkt mitaustauschen sollte. Auf diesem Bild erkennt man auch den eigentlichen Übeltäter: es ist der Kontaktstift in Schaltermitte (Pfeil). Wenn dessen Spitze so kurz und platt aussieht wie auf dem Bild, ist der Schalter tonnenreif. Am Neuteil ist der Stift etwa doppelt so lang und vorne abgerundet.

Bild 4: Leerlaufschalter samt Dichtring

Der Einbau läuft in umgekehrter Reihenfolge.
Beim Festziehen des Schalters sollte man ähnlich viel Gefühl und Sorgfalt walten lassen wie bei Zündkerzen - reißt das Schaltergewinde im Motorblock ab, kann der beste Kumpel von allen gleich beim Motorausbau helfen. Das dauert dann was länger und kostet entsprechend viele Pilse... ;-). Über das Anzugsdrehmoment schweigt sich auch das Werkstatthandbuch aus - es gibt kein vorgeschriebenen Wert.
Kabel und Tülle wieder auf den Stecker fummeln, Ritzelabdeckung drauf, Schalthebel montieren - fettich :-)

-- Viel Erfolg!--

Spartipp

Von Marie Re'Nate' Zitzlaff:
Ich habe lediglich die Dichtscheibe gegen eine dünnere Kupferdichtung aus dem Sanitär- und Heizungsfachhandel ausgetauscht, das hält jetzt schon seit 10 Mm!

Kommentare:

Jörg 20.04.2012
Danke für diesen Tipp, hat mir viel geholfen, danke.
Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Kommentar hinzufügen

Bitte hier nur Kommentare posten. Fragen gehören ins Forum.

 

* - Pflichtfeld