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Erzberg 2002
Stefans Bericht

- Der einzig ernstzunehmende Gegner - eine 950er KTM - wurden von einem älteren, immer etwas kränklichen und auf dem Gerät ungeübten Herren bewegt. Gespräch beim Vorstart: "Ach, Heinz - nun sei mal locker. Wirst sehen, das ist viel einfacher mit dem V2 als mit den kleinen Zweitaktern - einfach Hahn auf und schon geht's ab." "Donck der Hartmut, dost mir so guat zuredst. Wannst mi jetzt no ols erster fohrn lost, ... no kannst mir in der näxt'n Kurv'n beim aufrichten hölfen."

- Die Motivation scheint zu wirken - Heinz K. legt los und liefert in diesem Lauf gleich die persönliche Bestzeit von 11:13,99 ab. War wohl auch die persönliche Bestzeit aller anderen und so wurde er einstimmig zum Sieger des IronRoad-Bewerbs gewählt. Aber auch die Twinduro-Partie sorgte reihenweise für persönliche Bestzeiten. Nicht schlecht, dafür das alle zum ersten Mal dabei waren!
Der zweite Tag wurde wegen gesteigertem Ehrgeiz und Kenntnis über Material und Strecke von den meisten genutzt um die Platzierungen und Zeiten weiter zu verbessern. Schliesslich galt es in den Top 500 zu landen, um sich einen weiteren Tag schinden zu dürfen und noch mehr Geld für die zweite Startlizenz ausgeben zu können. Tsstss - schon mal davon gehört, das auch nur einer dieser Tausend die dort dabei waren an seinem Arbeitsplatz schneller arbeitet, damit er zur Belohnung Überstunden bei gleichzeitiger Lohnkürzung bekommt?!
Ich darf mich getrost zum cleveren Teil zählen. Meine Renntatik war messerscharf definiert: Salminen war letztes Jahr mit 'ner elfer Zeit vorn. Der beste DesertBomber war die Highland mit dem Zimmerer Andi bei runden fuffzehn. Die letzten Dickschiffe waren mit 25er Zeiten eingelaufen. Ergo: Freitags nur die Strecke kennenlernen, heil ankommen. Samstags dann einen Brikett oder zwei auflegen und eine Zeit kleiner 20 hinbiegen ohne zu köpfeln. Damit wäre auch die Top500 außer Reichweite und der häusliche Finanz- und Gesundheitsminister ruhig gestellt. Also erstmal ganz kommod. Vom Vorstart gibt's die ersten Impressionen: wie die alle aus dem Startzelt rausgebretzeln - unglaublich. Nein, ich fahr gemütlich! Brav anfahren, nicht zu wild am Gas reissen, schliesslich lauert da hinten schon die erste Rechts-Links-Kombination. Heee, wer kniet denn da kurz hinterm Karo-Tuch. Muß einer von den Haliklik's sein. Und die Kombination schaut eigentlich ganz flüssig aus und soweit weg, das noch zwei oder drei Gänge dazwischen passen - ok, dann man los: Gaaaaas!

- Im offiziellen Resultat sind's sogar nur 16:57,36. Überhaupt GPS ist leiwand am Berg: "Find'st'n Weg aufi net?" "Schon - ich hab sogar schon die Waypoints mit dem Einstiegen in die Abkürzungen drauf. Und wenn's morgen staubt, kann ich die Strecke im Instrumentenflug absolvieren." Frustrierte Gesichter.

- Instrumentenflug braucht's aber gar nicht. Auch wenn's mächtig gestaubt hat am Samstag. Das Soll ist erfüllt und so kann ich locker für die Galerie fahren. Wie sagte "Superman" Strohmeier Adolf am Freitag: "Schnöll fohrn konn i net - aber mit mei'm Suppa-Monn-Hemmad wor i letz's Johr im Reitwogn drin!"

- So kann ich an ein paar exponierten Stellen mich um etwas Sightseeing kümmern, für die Fotografen etwas Staub machen und den Fans winken. Die haben schliesslich ein Mördergeld für die Show ausgegeben - muß man ihnen doch auch was bieten. Als ich oben wieder auf GPS schaue ist die Zeit auch nur rund 10 sec. schlechter als am Vortag. Vielleicht hätte ich mich für die Gleichmässigkeitswertung melden sollen. Die wilden 500 stehen am Sonntag um HighNoon in der Badewanne am Start.
Am Ende hat - felix austria - eine KTM die Cyril Despres - vive la france - auf dem Buckel trägt die Nase vorn und Moppedakrobat Christian Pfeiffer - armes Deutschland - wie schon letztes Jahr das Nachsehen.
Die Marschrichtung für 2003 ist bereits ausgeteilt: Das Twinduro-goes-Erzberg-Team wird sich verdoppeln, das teameigene Fahrerlager wird auf der Präbichl-Höhe errichtet. Da ist die Luft besser, kälter und vorallem schneller als im Erzberg-Zelt. Hubraum und Leistung müssen dringend aufgestockt werden, um der anstürmenden LC8-Konkurrenz - die künftig auch noch in geübtere Hände fallen könnte - Herr zu werden. Ob der zudem übergroßen Werbefläche wird über den Einsatz einer Goldwing nachgedacht. Wir klären noch, welche Stollenreifen dafür erhältlich sind, weil in der Straßenfeger-Wertung mag keiner von uns antreten. Honda Europe wird rechtzeitig informiert um angesichts des drohenden Imageschadens vielleicht doch noch ein paar XR rauszurücken.






















