Erzberg 2002

Stefans Bericht

Erzberpanorama
Österreich - Steiermark - Eisenerz - Erzberg
Erzberpanorama
Dezent versteckt hinter dem Präbichl offenbart sich beim Näherkommen der Berg "scheibchenweise".
Erzbergpanorama
Und ganz oben das Ziel aller Wünsche - zumindest für dieses Wochenende: "I muass aufi auf'n Berg!".
Bus
Der Bus wurde noch am Mittwoch mit frischen Papperl bestückt, damit auch die bundesdeutsche Steuerverwaltung sich in die Reihe der Hauptsponsoren einreihen konnte.
voll beladen...
Am Feierdonnerstag ging's gen Südosten um den internationalen Gipfelstürmern zu zeigen, wo Transalp und AfricaTwin und der Barthel sowieso den Most holen.
voll beladen...
"Kampfgerät"
Damit neben Kampfgerät auch noch die Jung-Groopies verstaut werden konnten, wurde der Transalp-Umbau kurzzeitig noch auf SuperMoto-Bereifung gestellt.
Gegner taxieren...
Die Gegner waren taxiert und unser Bewußtsein, das richtige Gerät mit großvolumigen Honda-Vaus gewählt zu haben stieg ständig: kleine Enduros mit z.T. nicht mal halb so viel Hubraum, Zylindern und Takten, Roller, Straßenmaschinen allenthalben.
im Rennen...
Der einzig ernstzunehmende Gegner - eine 950er KTM - wurden von einem älteren, immer etwas kränklichen und auf dem Gerät ungeübten Herren bewegt. Gespräch beim Vorstart: "Ach, Heinz - nun sei mal locker. Wirst sehen, das ist viel einfacher mit dem V2 als mit den kleinen Zweitaktern - einfach Hahn auf und schon geht's ab." "Donck der Hartmut, dost mir so guat zuredst. Wannst mi jetzt no ols erster fohrn lost, ... no kannst mir in der näxt'n Kurv'n beim aufrichten hölfen."
im Rennen...
Die Motivation scheint zu wirken - Heinz K. legt los und liefert in diesem Lauf gleich die persönliche Bestzeit von 11:13,99 ab. War wohl auch die persönliche Bestzeit aller anderen und so wurde er einstimmig zum Sieger des IronRoad-Bewerbs gewählt. Aber auch die Twinduro-Partie sorgte reihenweise für persönliche Bestzeiten. Nicht schlecht, dafür das alle zum ersten Mal dabei waren!
im Rennen...

Der zweite Tag wurde wegen gesteigertem Ehrgeiz und Kenntnis über Material und Strecke von den meisten genutzt um die Platzierungen und Zeiten weiter zu verbessern. Schliesslich galt es in den Top 500 zu landen, um sich einen weiteren Tag schinden zu dürfen und noch mehr Geld für die zweite Startlizenz ausgeben zu können. Tsstss - schon mal davon gehört, das auch nur einer dieser Tausend die dort dabei waren an seinem Arbeitsplatz schneller arbeitet, damit er zur Belohnung Überstunden bei gleichzeitiger Lohnkürzung bekommt?!

Ich darf mich getrost zum cleveren Teil zählen. Meine Renntatik war messerscharf definiert: Salminen war letztes Jahr mit 'ner elfer Zeit vorn. Der beste DesertBomber war die Highland mit dem Zimmerer Andi bei runden fuffzehn. Die letzten Dickschiffe waren mit 25er Zeiten eingelaufen. Ergo: Freitags nur die Strecke kennenlernen, heil ankommen. Samstags dann einen Brikett oder zwei auflegen und eine Zeit kleiner 20 hinbiegen ohne zu köpfeln. Damit wäre auch die Top500 außer Reichweite und der häusliche Finanz- und Gesundheitsminister ruhig gestellt. Also erstmal ganz kommod. Vom Vorstart gibt's die ersten Impressionen: wie die alle aus dem Startzelt rausgebretzeln - unglaublich. Nein, ich fahr gemütlich! Brav anfahren, nicht zu wild am Gas reissen, schliesslich lauert da hinten schon die erste Rechts-Links-Kombination. Heee, wer kniet denn da kurz hinterm Karo-Tuch. Muß einer von den Haliklik's sein. Und die Kombination schaut eigentlich ganz flüssig aus und soweit weg, das noch zwei oder drei Gänge dazwischen passen - ok, dann man los: Gaaaaas!

im Rennen...

im Rennen...
In einigen Teilbereichen wurde die Renntatik sowie das Tempo nachgeschärft und so kommt schon bei der Besichtigungsrunde eine hand-, nein GPS-gestoppte Siebzehn raus. Der Berg ist bezwungen!
Strecke
Im offiziellen Resultat sind's sogar nur 16:57,36. Überhaupt GPS ist leiwand am Berg: "Find'st'n Weg aufi net?" "Schon - ich hab sogar schon die Waypoints mit dem Einstiegen in die Abkürzungen drauf. Und wenn's morgen staubt, kann ich die Strecke im Instrumentenflug absolvieren." Frustrierte Gesichter.
Superman
Instrumentenflug braucht's aber gar nicht. Auch wenn's mächtig gestaubt hat am Samstag. Das Soll ist erfüllt und so kann ich locker für die Galerie fahren. Wie sagte "Superman" Strohmeier Adolf am Freitag: "Schnöll fohrn konn i net - aber mit mei'm Suppa-Monn-Hemmad wor i letz's Johr im Reitwogn drin!"
POLIZEI
Gut das ich die POLIZEI dabei hab.
Aussicht
So kann ich an ein paar exponierten Stellen mich um etwas Sightseeing kümmern, für die Fotografen etwas Staub machen und den Fans winken. Die haben schliesslich ein Mördergeld für die Show ausgegeben - muß man ihnen doch auch was bieten. Als ich oben wieder auf GPS schaue ist die Zeit auch nur rund 10 sec. schlechter als am Vortag. Vielleicht hätte ich mich für die Gleichmässigkeitswertung melden sollen. Die wilden 500 stehen am Sonntag um HighNoon in der Badewanne am Start.
Zuschauer
Und der Rest bevölkert die umliegenden Hänge.
Start
In 100er Wellen wird alles auf die Strecke gelassen, was tags zuvor am besten den Draht spannen konnte und dabei nicht die Inneneinrichtung der umliegenden Spitäler besichtigt hat.
Start

Steilhang
Schon an der ersten Steilauffahrt gibt's auch die ersten Dramen. Kann aber auch nicht wirklich gut gehen, wenn man entspannt auf dem Bock sitzen bleibt wie sonst Sonntagsnachmittags im Cafehaus.
  • Steilhang
  • Steilhang
Steilhang
Die, die's trotzdem mit dieser "Technik" schaffen, haben dann schon für den nächsten Hang mit viel losem Geröll bereits soviel Kraft und Kondition verdaddelt, das sie hier der Ratz holt.
Steilhang
Steilhang

Steilhang
Zum Schutz der unverdorbenen Zuschauer verhüllt eine dicke Staubwolke schamhaft die meisten der unansehnlichen Fahrmanöver derweil die Könner ihres Fachs am anderen Ende der Senke unserem Blickfeld entsteigen um sich den weiteren Aufgaben zu widmen.

Am Ende hat - felix austria - eine KTM die Cyril Despres - vive la france - auf dem Buckel trägt die Nase vorn und Moppedakrobat Christian Pfeiffer - armes Deutschland - wie schon letztes Jahr das Nachsehen.

Die Marschrichtung für 2003 ist bereits ausgeteilt: Das Twinduro-goes-Erzberg-Team wird sich verdoppeln, das teameigene Fahrerlager wird auf der Präbichl-Höhe errichtet. Da ist die Luft besser, kälter und vorallem schneller als im Erzberg-Zelt. Hubraum und Leistung müssen dringend aufgestockt werden, um der anstürmenden LC8-Konkurrenz - die künftig auch noch in geübtere Hände fallen könnte - Herr zu werden. Ob der zudem übergroßen Werbefläche wird über den Einsatz einer Goldwing nachgedacht. Wir klären noch, welche Stollenreifen dafür erhältlich sind, weil in der Straßenfeger-Wertung mag keiner von uns antreten. Honda Europe wird rechtzeitig informiert um angesichts des drohenden Imageschadens vielleicht doch noch ein paar XR rauszurücken.

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