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Erste erfahrungen CRF 250 Rally

Autor Nachricht
Verfasst am: 23.06.17 13:27
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
Nachdem die ersten 1000km schon runter sind (mittlerweile schon etwa 1500), mal ein kleiner erst-bericht und meine erst-eindrücke zur Honda CRF 250 Rally

Alle Vergleiche und Eindrücke werden gemessen an meinen vorherigen bikes, einer Honda Transalp BJ 1996 auf der ich gut 30.000 km gefahren habe, sowie einem Honda XL600R/LM hybriden BJ 1984~1985 die ich 10.000 km bewegen durfte.

Meine bisherigen einsatzgebiete:
Wiener innenstadt + Höhenstraße (arbeitsweg), Autobahn, Bundesstraßen, Serpentinen, Gebirge. Alles was befestigt ist und paar meter Schotter. Noch kein Offroad. Primär warmes sonniges Wetter, hatte aber auch schon ordentliche Regenetappen.

Längste Tagesfahrt bisher:
7 Stunden am stück überland, davon eine auf der Autobahn mit gut gefülltem Rucksack.

Gepäck (exklusive 95kg Fahrer - ohne kleidung):
Von nichts bis 15kg Katzenstreu alles dabei.

So, nun zu den eigendlichen eindrücken:

Technisch:

Was soll man sagen? Honda hald. Verarbeitung is prinzipiell sehr gut, da gibts nicht wirklich was zu Meckern. Ich hab mir von HB eine Gepäckbrücke drangemacht. So kann ich 2 50L ortlieb taschen anschnallen (eine am Sozia, eine auf der Brücke). Mehr als ich an gepäckvolumen benötige.

Die einzigen 2 dinge die mich wirklich stören sind einerseits das komische Band am Sattel, das is genau auf sitzfleisch höhe. Ich habs abgemacht, zwei schrauben, keine hexerei. Das andere wäre die Federvorspannung hinten. Die is bei auslieferungszustand total ausgedreht. 1000er service demnächst, da lass ich sie mir ganz reindrehen. Ich hab 95kg und brauch das zumindest. Andere meckern über die Handschützer, zugegeben, für offroad definitiv nicht stabil genug, aber noch stört mich das nicht. Vom witterungsschutz sind sie toll.

Ich liebe die neuen Bremsen und das neue ABS :) mehr brauch ich dazu erstmal nicht sagen, man kann es sich denken.

Komfort:

Sitzposition selbst (kniewinkel, aufrecht sitzen, armwinkel u.s.w.) ist top, besser kannte ich es noch nicht. Am Endurosattel kann man super variieren wenn man die knie mal entspannen will. Windschutz is OK. Bei meinen 185cm ist der Luftstrom genau um den Schirm meines Shoei Hornet ADV herum, was manchmal wenn tempo und wind stimmt dazu führen kann dass der ganze Helm wegen dem Schirm zu vibrieren beginnt. Rutscht man paar cm nach hinten oder vorn, dann passt das wieder. Man könnte auch den Schirm modifizieren, ich werd das eher nicht tun. Oberkörper ist gänzlich frei von Winddruck.

In den höheren Drehzahlen gibt es ein Vibrieren im Lenker. Ist eigendlich nie ein Problem, allerdings kanns bei langen Autobahnetappen nach einer Stunde vollgas zu einem Kribbeln in den Handflächen führen. Sonst vibriert sie eigendlich nicht. Sehr ruhiger einzylinder.

Lange etappen gehen. Körperhaltung und Windschutz is gefühlt besser als bei der Alp, der Hintern schläft auch ned so schnell ein wie auf der Alp (wobei bei der mein Sattel "verschlimmbessert" war) oder der XL, allerdings ist die Sitzbank doch hart.

Man kann recht bequem im Stehen fahren, manche finden den Lenker zu weit Unten, mich selbst stört das ned so sehr, ich komm damit (noch) zurecht. Man könnte den Lenker nach ersten Berichten anderer Fahrer problemlos erhöhen.

Eventuell werd ich aber trotzdem mal einen Sattler aufsuchen und um eine breitere Arschfläche bei gleich schlank bleibender front (zwecks stehen) sowie einer Geleinlage bitten. Dadurch hätte sie durchaus das Zeug zu 1000km am Stück :)

In der Stadt:

Das geringe gewicht ist einfach ein Traum, beim rangieren, im Schrittempo und sowieso bei Stau. Fühlt sich vom Handling an wie ein Fahrrad oder Moped. Der sehr tief gesetzte erste Gang ist absolut perfekt dimensioniert wenn man zwischen durch will. Soll im Gelände als Kletter und Traktorgang sehr brauchbar sein.

An der Ampel zum Losbeschleunigen is der erste Gang dann doch etwas gar kurz, allerdings zupft der dafür die ersten paar Meter auch mit nur 25PS recht willig das Vorderrad bisserl an. Manchmal verwend ich einfach gleich den Zweiten.

Mit "richtigen" motorrädern komm ich rein vom Beschleunigen bis ortslimit (50) ganz gut mit. Autos lasse ich normalerweise immernoch stehen, so sie denn keine Drehmomentmonster sind die es ernst meinen mit dem losfahren. Die Transalp war etwas schneller weg von der Ampel als die CRF, der alte XL eintopf war das aber nicht. Die Einspritzung der CRF is giftiger als vom alten Vergaser gewohnt.

Überland:

Prinzipiell ganz entspanntes reisen. Durch den hohen enduro-schwerpunkt und das geringe gewicht ist sie hald ein echtes Windspiel. Seitenwind verschiebt mich gerne um nen satten Meter und im Windschatten von LKWs sitzen ist nicht unbedingt entspannend.

Beschleunigen aus dem Ortsgebiet heraus würd ich sagen ist ungefähr auf dem Niveau eines sportlicheren kleinwagens. Sie beschleunigt, aber eben ned so gach wie "richtige" bikes. Es reicht um auch noch bei tempo 100 LKWs und kleintransporter zu überholen. Es is ein bisserl mehr Planungssache, das is alles. Wenn man aber mal auf Tempo ist, zieht man auch immernoch flott durchs land. Sie kann die 100 auch fahren und geht sehr flott in die Kurven, braucht nur bisserl länger als größere Motorräder bis sie 100 hat. Hier stimmt das sprichwort "it is more fun to ride a slow bike fast, than a fast bike slow" zu 100 prozent! Denn auch wenn sie langsamer beschleunigt als eine Transalp (und auch die alte Transalp war kein Beschleunigungswunder mit ihren 50PS), die CRF macht einfach das DEUTLICH breitere grinsen im Gesicht, auch nach 1500km. In der (Adventurebike) Gruppe bin ich sicher nicht die Tempokrücke, so man die Autobahn meidet ;)

Bergig/Kurvig:

Bergauf spürt sie schon. Es kann schon vorkommen dass sie bei moderater steigung im 6. die 100kmh nicht mehr haltet, dann muss ich in den 5. oder 4. runterschalten und höher drehen. (anm. im 6. Gang sind die 100km/h knapp unter 6000 u/min, das Drehmoment maximum liegt jedoch bei 6750, das PS maximum liegt bei 8500). Bisher gab es jedoch (noch) keine steigung bei der sie den Folgeverkehr eingebremst hätte. Man schaltet hald viel und spielt Schach mit den Drehzahlen :)

Autobahn:

Sie kann autobahn, sogar recht tapfer. Mit mir (95kg) im Sattel und noch gut 10kg Rucksack gepäck dabei fährt sie in der Geraden auch bis 135km/h rauf. Bergab und/oder mit Rückenwind erklimmt sie auch 145km/h. Der Motor wirkt dabei dank dem 6t Gang nicht unbedingt gequält. Rot beginnt erst bei 10500 u/min, so weit raufdrehen konnte auch die Alp mit 2 Zylindern nicht. Es sei aber angemerkt dass sie jenseits der 120km/h beginnt zu Saufen wie ein Bayer am Oktoberfest. Ich konnte es noch ned genau ausmessen, aber geschätzt an der Tankanzeige + Kilometerstand würde ich schätzen, jenseits von 120 beginnt sie mit 4L/100, wenn ned sogar noch mehr. Das is dann für ihre verhältnisse schon sehr durstig.
Ab 110 herum wird sie manchmal, ganz besonders im Windschatten anderer (und davon gibts auf der Autobahn reichlich) unruhig. Ich weis noch nicht ob das mit der Federvorspannung hinten anders wird oder was da der Grund sein könnte.

Bei Nacht:

LICHT!!! SO VIEL LICHT!!! Alles LED, blinken, bremsen, leuchten, alles LED. Und die Taucherbrille vorne ist ein regelrechter Baustrahler! Endlich kann ich auch raus wenns finster is :P

Mit Sozius:

Noch nicht getestet. Ich bin aber eigendlich kein zweifahrer da ich nicht gern die Verantwortung für einen Beifahrer mitübernehme. Ausnahme ist der kurze innerstädtische transfer.

Serienreifen (Japanische Stollen, marke "IRC"):

Ganz ok vermute ich? Ich kanns noch ned sagen. Kenne sonst die TKC70 und die Anakee3 ganz gut und die K60Scout ein bisschen. Hält bei Trockenheit bis zu den Fußrasten, bei Nässe fahr ich immer extra vorsichtig, offroad kenn ich noch ned.

Sonstiges:

Parken ist, verglichen mit meinen "alten", durchaus interessant. Hoher Schwerpunkt, geringes gewicht langer federweg und dann noch die Federvorspannung hinten ganz raus, die kann man, speziell zur "nicht-seitenständer" seite relativ leicht umkippen, da sie beim aufrichten gleich etwas in die Feder einsinkt. Auch muss ich mit meinen 95kg immer erst entweder aufstehen oder sie in die andere seite kippen bevor ich den Seitenständer ausklappen kann. Das geht sonst nicht. Das "auf dem Seitenständer umdrehen" geht gewichts und Schwerpunktbedingt mit einer einzigen Hand. Zum Thema "Aufstellen" kann ich (noch) nix sagen. Sie ist mir noch nicht umgefallen.

Sie steht sehr groß da und diejenen die sie zum ersten Mal sehen würden eher zwischen 500ccm und 800ccm raten. Die meisten sind, so ich sie frage "magst mal draufsetzen?" von der höhe eingeschüchtert. Momentan noch zu unrecht, da sie sich mit der vorspannung noch sehr tief hinsetzt. Ich komme zur zeit recht entspannt mit beiden Fußsohlen auf die Straße.

Fazit:

Für mich das breiteste Grinsen auf zwei Rädern bisher. Macht viel spaß. Ganz ganz viel spaß! Ich bin wirklich sehr zufrieden damit. Sie kann alles was ich von einem Motorrad brauche.

Klar könnten mehr PS/Kubik nicht schaden, klar merkt man die fehlenden PS/Kubik ab tempo 70 herum doch sehr aber ich bin kein Valentino Rossi. Ich fahre nicht des Rasens wegen, sondern des Reisens. Der Weg ist mein Ziel. Und da reichen "nur" 25PS auch, denn abseits der Autobahn erreiche ich locker alle Tempolimits und die Autobahn ist für mich nur notwendiges übel und nicht geplanter weg.

Das oft zitierte "Schaf im Wolfspelz" stimmt allemal. Ich empfehle wärmstens eine Testfahrt :)

Bei Fragen gebe ich mir mühe zu Antworten :)

Sobald der 1000er Service war, kann ich auch dazu was sagen. Auch werd ich dann mal sehen wie sie mit der anderen Federvorspannung zu fahren sein wird.

LG Lorenz

Fotos:
http://i.imgur.com/0fro77a.jpg
http://i.imgur.com/Va3qIjo.jpg
http://i.imgur.com/5WRm5fw.jpg
http://i.imgur.com/5C284uQ.jpg

Verfasst am: 14.07.17 21:53
Angelika
Dabei seit: 03.07.2011
Beiträge: 937
Danke für diesen lebendigen und interessanten Bericht! Ich möchte den gern einer Interessentin weitergeben, darf ich?

Liebe Grüße!

Österreichische Bikerin seit 1989, ca. 350.000km Fahrspass, davon seit 140.000 pannenfreie km mit tasmaniangrüner TA600, PD10, Bj. 99.

Verfasst am: 14.07.17 22:06
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
"Angelika" schrieb:

Danke für diesen lebendigen und interessanten Bericht! Ich möchte den gern einer Interessentin weitergeben, darf ich?

Liebe Grüße!


Aber natürlich :)

Verfasst am: 16.07.17 10:29
Angelika
Dabei seit: 03.07.2011
Beiträge: 937
Ich darf dir von Svenja (svendura.de) herzlichen Dank f d tollen Test überbringen und herzliche Grüße aus Kiel!
:-)

Österreichische Bikerin seit 1989, ca. 350.000km Fahrspass, davon seit 140.000 pannenfreie km mit tasmaniangrüner TA600, PD10, Bj. 99.

Verfasst am: 16.07.17 10:54
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
immer gerne, grüße zurück :)

2000km Nachtrag:

der 1000er Service beim HH hat 240€ Gekostet (Arbeitsstunden + Material), es wurden nur Öl und Ölfilter gewechselt.

Das hintere Federbein habe ich auf ganz hart gestellt, dadurch ist sie etwas höher und härter geworden, was mir persönlich aber nichts ausmacht, im Gegenteil, gefällt mir besser. Dadurch steht sie im übrigen auch Satter am Seitenständer.

Mittlerweile bin ich auch schon mit Sozius gefahren.

Die 25PS arbeiten schon bemühter bei einem 95kg Fahrer mit einer Sozia die sich im 70-80er bereich befindet (so genau darf man das ja nicht wissen). Ortsgebiet geht, Überland auch noch so einigermaßen, Autobahn geht damit nichtmehr. Gepäck kann man da dann auch eher sein lassen. Benzinverbrauch mit Sozius noch nicht "erfahren".

Was mir aber Positiv aufgefallen ist, is das Handling mit Sozius. Immernoch sehr locker luftig, würde meinen in etwa so wie solo auf einer unbeladenen Transalp. In der Stadt wiedermal eigendlich Top das.

Aus der Sicht der Sozia:
Der Kniewinkel geht auf Kurzstrecken, bringt dich aber auf längeren um. Sitzbank ist, gerade so in der gezwungenen "Hocke", alles aber nicht bequem (die "Hocke" in der sich der Sozia befindet ist stark genug dass der Fahrer die Beine des Sozias als Armlehne verwenden kann!!!). Zum Arbeit-Heimat Taxifahren OK, für Touren ein klares Nein. Aufgrund der weichen Federung kriegt man als Sozia gerne das Gefühl die kleine Rally macht gleich einen unfreiwilligen Wheelie. Transalp war ihr deutlich lieber.

Sonstiges neues:

Die Schaltung ist sehr angenehm, wenn auch der Kupplungshebel passend eingestellt sein will. Kuppelt man nicht weit genug, kann man manchmal nicht schalten, der Schalthebel blockiert einfach noch bevor er am Gang anliegt. Ausserdem wenn ich bei standard Kupplungsspiel mit zwei Fingern die Kupplung ziehe und der Hebel dann an den anderen beiden Fingern anliegt (zwei-finger vollgezogene kupplung) ist die Kupplung immernoch leicht am Schleifen, denn das Möp schiebt im stand ganz sanft aber doch spürbar nach vorn an. Kupplungshebel spiel verkleinern hat geholfen.

Abgesehen davon, immernoch fettes Grinsen, immernoch geilstes Motorrad für meine Ansprüche :)

LG

Verfasst am: 17.07.17 10:39
ruezi
Dabei seit: 30.04.2014
Beiträge: 316
Sie sieht ja wirklich nett aus - besonders die Rallyversion gefällt mir sehr gut. Allein die Leistung und die Sitzbank schrecken mich zurück, wobei ich auch bei der Transe eine andere Sitzbank mittlerweile drauf habe - jetzt ist sie sehr bequem und muss ihre Feuertaufe ab nächster Woche in den Abruzzen bestehenicon_smile.gif
Schade, dass Honda aus der 450er keine zahmere Straßenversion macht.

400.000 Zweiradkilometer lügen nichticon_smile.gif
Verfasst am: 17.07.17 21:00
thms
Dabei seit: 10.06.2012
Beiträge: 83
Servus Lorenz,
ich glaub, du bist heute früh auf der Sechshauser Straße an mir vorbeigefahren :) So viele Rallys wird's in Wien noch nicht geben, oder? Muss sagen, die CRF schaut in echt tatsächlich viel größer und massiger aus als man von Fotos schätzen würde, echt super! Weiterhin viel Spaß!
Verfasst am: 17.07.17 21:21
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
"thms" schrieb:

Servus Lorenz,
ich glaub, du bist heute früh auf der Sechshauser Straße an mir vorbeigefahren :) So viele Rallys wird's in Wien noch nicht geben, oder? Muss sagen, die CRF schaut in echt tatsächlich viel größer und massiger aus als man von Fotos schätzen würde, echt super! Weiterhin viel Spaß!


Servus!

Das kann sehr gut sein, da ich ganz da in der nähe auch Wohne und die Sechshauser immer richtung Gürtel bereise so ich auf dem Weg zur Arbeit bin :) Wenn du auch da in der nähe Wohnst, kannst sie dir bei interesse/neugierde ja gerne mal live ansehen und probesitzen, solltest du das nicht schon mal getan haben.

Wenn man meinem HH glauben kann, konnte man zum Zeitpunkt meines Kaufes die Rallybesitzer bisher in gesamt Österreich an einer Hand abzählen und ich soll angeblich der erste Rallykäufer der Wiener gegend gewesen sein. Wie viel davon wahr und wie viel davon geschmeicheltes blabla ist, das kann ich ned beurteilen. Halte es aber, speziell nachdem ich im internet auf der Suche nach Rallykollegen so gut wie gar nix gefunden habe, für möglich.

Danke dir!

Verfasst am: 17.07.17 21:23
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
"ruezi" schrieb:

Sie sieht ja wirklich nett aus - besonders die Rallyversion gefällt mir sehr gut. Allein die Leistung und die Sitzbank schrecken mich zurück, wobei ich auch bei der Transe eine andere Sitzbank mittlerweile drauf habe - jetzt ist sie sehr bequem und muss ihre Feuertaufe ab nächster Woche in den Abruzzen bestehenicon_smile.gif
Schade, dass Honda aus der 450er keine zahmere Straßenversion macht.


Ach mit der Leistung kann ich mich gut arrangieren. Wobei, ja, schade ist es schon dass Honda da nicht auch den 450er reingepflegt hat. Es wäre alles da, man müsste es nur zusammenstecken.

Die Sitzbank ist brauchbarer als gedacht, wird aber trotzdem eine Sonderbehandlung bei einem Profisattler erhalten. Es gibt schon die ersten Rallybesitzer die sich jenseits der ersten 12k km bewegen und die meinen dass die Bank doch sehr schnell durchgesessen ist.

LG

Verfasst am: 08.08.17 15:02
Kaputnik
Themenersteller
Dabei seit: 14.03.2013
Beiträge: 821
Jetzt hab ich auch die Antworten parat wenn man mich mal fragen sollte "Aber reichen denn 25PS auch aus wenn man mit viel Gepäck / Sozia + Rucksack reist?" beziehungsweise "Wie ist denn der Verbrauch der Kleinen?"

Gepäckssituation:

Für ersteres hab ich mir meine Frau und einen Rucksack mit viel Zeug geschnappt. Zusammen mit Gepäck und voller Montur brachten wir es auf knapp 190kg und damit haben wir das Technisch zugelassene Gesamtgewicht welches auf der Zulassung steht ganz gut überschritten.

Wie's mit Sozia in der Stadt so ist, hab ich ja bereits beschrieben, daher war dieser Test einfach eine kurze ausfahrt 30km Fernstraße und danach 30km Autobahn.

Auf der Fernstraße sind 100km/h auf jeden fall auch mit der belastung drinnen. Überholen will dann aber gründlich überlegt sein. Tempomäßig waren aber noch Reserven da, daher gings mal fix auf die Autobahn.

Bei mittelstarken Gegenwind oder mäßiger steigung nach oben ist so beladen mit 25PS bei Tempo 115 schluss. Kombiniert man Wind und Steigung sinds auch nurnoch 110, das haltet sie dann aber auch ganz brav.

Gerade aus ist es eigendlich nur eine frage des "tempo erreichens". Im 6ten gang drückt sie sich noch vor dem Leistungsmaximum des Drehzahlspektrums nur bis 125, schaltet man aber runter in den 5ten dann kann man auch noch weiter bis 130 beschleunigen, dort kann man dann wieder rauf in den 6ten schalten und das Tempo gut halten. Geht es leicht bergab oder hat man entweder einen guten Windaschatten oder alternativ Rückenwind, dann lässt sich die CRF unter den umständen auch auf knapp 145km/h überreden, auch hier galt, hatte sie das Tempo erstmal erreicht, hielt sie es auch geradeaus ohne windvorteil stabil. Zumindest bis zur nächsten Steigung :P

Apropo "Stabil", so beladen wäre mir weder auf der Fernstraße noch auf der Autobahn irgendwo aufgefallen dass die Kleine mal unruhig werden würde. Da war ich von einer voll beladenen Transalp mit gefüllten Koffern, Topcase und Sozia deutlich schlimmeres gewohnt. Hut ab!

Fazit Gepäck:

Zufriedenstellend. Eine Autobahn rennsemmel war sie auch ohne Beladung nicht wirklich, könnte sie in Notfällen und wenn man mit 110 auf der Bahn auch zufrieden ist dennoch tolerieren. Zahlt sie einem dann hald im Verbrauch heim, dazu unten mehr. Abgesehen davon glaub ich für meine Situation nicht wirklich dass ich jemals mit Gepäckmengen in den Gewichten meiner Frau + vollem Rucksack reisen werde.



Verbrauch:

Tageskilometerzähler für Tankfüllungen verwendet + Tankrechnung + Taschenrechner = Verbrauch. Das ganze bei mittlerweile 4 Tankstopps jedesmal mitgeschrieben.

Fahrbedingungen für die Messung war teilweise reine Stadt, teilweise gemischt Stadt/Land, teilweise rein Land. Geschont oder besonders "Sparsam" gefahren wurde nie wirklich. Der Verbrauch war eigendlich immer sehr gleichbleibend, die Schwankungen minimal. 10,1L passen laut Datenblatt hinein, 2L davon reserve.

Geringster verbrauch bisher 2,8L /100KM
Größter verbrauch bisher 3,1L / 100KM

AUSSER:
man bewegt sich auf der Autobahn. Dort, am Limit dessen was der kleine 250er ausgibt, gashahn auf Anschlag, drehzahl so weit oben wie möglich, ist der Verbrauch ein ganz anderer.

Autobahn verbrauch solo 4,3L / 100KM, mit Sozia 4,7L / 100KM

Wärend man überland mit dem Verbrauch die angepriesenen 300KM Reichweite erreicht, schrumpft das auf der Autobahn runter auf grad mal ~230KM

Fazit Verbrauch:

Eigendlich bin ich damit sehr zufrieden, solange man nicht vor hat große Strecken auf der Autobahn abzuwickeln, das war aber eh vorher schon klar und irgendwo muss es auch nachteile geben. Bei dem Verbrauch reicht als reservekanister eine normale 2L Wasserflasche für gut 60KM aus, sollte man sowas brauchen.



Das wars fürs erste mit Neuigkeiten. Wenn ich was dazugelernt hab mit der CRF, gibts wieder was zu Lesen :)

LG Lorenz

PS: Wie immer, nicht frei von Schreibfehlern. Man möge es mir verzeihen.