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Kauf PD06 - kein TÜV, 5 Jahre Stillstand, Ratschläge

Autor Nachricht
Verfasst am: 10.01.18 08:52
varakurt
Dabei seit: 26.06.2011
Beiträge: 3713
Ein normales ABS bringt so ein, wie von dir geschildertes Szenario auch nicht zum erliegen. AFAIK sind da im ABS-Druckmodulator die beiden Bremskreise voneinander getrennt. Zum Beispiel KTM 990 ADV.

Bei normalen CBS (Vergaservaraderos) funktioniert das ebenso. Die Leitung, die für die Bremskraftaufteilung verantwortlich ist, steht nicht in unmittelbarer Verbindung zum VR- bzw. HR-Bremskreis.

Wie es mit einem CBS/ABS wie z.B. bei der Honda Varadero (Einspritzervariante) aussieht weiß ich nicht ... obwohl ich ja so eine Varadero gehabt habe. Aber ich gehe davon aus, dass es konstruktiv auch hier so gelöst ist, dass ein Ausfall beider Bremsen durch nur eine schleifende (z.B. HR-Bremse) Bremse nicht möglich ist. Der Gesetzgeber fordert ja bei Motorrädern zwei voneinander unabhängige Bremskreise.

Verfasst am: 10.01.18 09:29
horst.w
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 963
... rein technisch gesehen hast du da recht. ABER
wenn ich davon ausgehe, dass z.B. der linke Vorderradsattel aus irgend einem Grund überhitzt, sucht sich die Hitze nicht die eine oder die andere Seite aus, sondern wirkt auf beide, dann ist es theoretisch möglich, dass beide Bremskreise betroffen sein könnten. Im Falle der ST1300 wäre dann zwar im Zweifelsfall die Fußbremse mit dem einen Kolben noch einsatzfähig, inwieweit aber das Proportionalventil, dass die Verteilung des Bremsdrucks Vorn / Hinten regelt, noch richtig arbeitet, weil ja eine Seite ins Nirvana sackt, weiss ich wirklich nicht und will es auch nicht ausprobieren. Und die 330 Kg-Fuhre zuzüglich Fahrer und Gepäck mit nur einem Kolben hinten den berg runter zu bremsen - na denn, viel Spaß!

Aber wie gesagt, alles sehr theoretisch, weil ein "normaler" Fahrer seine Bremsen ordentlich und nach Vorgaben wartet.
Man stelle sich vor, hier gehts um 10 € für den Liter Bremsflüssigkeit und in Gott'sNamen auch ne halbe Stunde Arbeitszeit, wenn man in die Werkstatt geht.

H.

[Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.01.2018 um 09:30.]
Verfasst am: 10.01.18 10:01
klausi33
Dabei seit: 05.12.2012
Beiträge: 2906
"mirojan" schrieb:

"klausi33" schrieb:

Hallo Mirojan

Wer viel Berge fährt kennt das Problem mit alter Bremsflüssigkeit.


OK… Zur Kenntnis genommen
Mag sein das beim Motorrad extremer ist.
Aber ich kenne das Problem beim Autos nicht.

LG
Mirojan



Ich schon.
Bin aber nicht im Flachland aufgewachsen sondern in der Ecke wo es berge gibt.

Und wenn man Bergstrassen bergab fährt überhitzen Autobremsen auch.

Wenn man flott fährt kann man da schon mal glühende Bremsen bekommenicon_smile.gif

Und schon lange davor setzen die aus wenn Wasser im System ist.



www.klausmotorreise.com
Verfasst am: 10.01.18 18:22
TA96
Dabei seit: 23.10.2012
Beiträge: 262
Wir erleben das in unserer Werkstatt sehr häufig, das besonders bei älteren Fahrzeugen die Bremsanlagen nicht mehr die erforderliche Wirkung zeigen. Ursache ist natürlich einerseits das Alter, aber auch Wartungsmangel. Dabei stellen wir häufig folgende Mängel fest:

- schwer laufende oder fest sitzende Handbremsseile, feste Bremshebel der Bremsbacken bzw. Hebel der Sättel hinten, fest sitzende Bremsklötze im Träger meist hinten und schwergängige oder hinter der Staubmanschette verrostete Bremskolben.

Diese Mängel werden vom Kunden oft nicht wahrgenommen und verursachen einen irreparablen Schaden an der Bremsanlage. Auf der betreffenden Achse ist dann meist ein kostspieliger Austausch der kompletten Bremsanlage erforderlich.

Und ich kann euch versichern, das ist ein brutaler Unterschied im Bremsverhalten mit einer neuen zu einer Gammel Bremse! Die Bremskraft die aufgewendet wird kommt dann auch wieder zu 100% an der Bremsscheibe an!

Und dazu noch ein letzter Satz:

Und hier Billigteile aus der Bucht zu kaufen, davor kann ich nur dringenst abraten, denn ich habe schon Fälle erlebt, da hat sich der Belag von der Trägerplatte gelöst, war verbrannt oder hatte Material Ausbrüche. Und auch ansonsten halten die Teile oft nicht lange. Da spart man wirklich am falschen Ende, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer!

Tut euch selber den Gefallen und baut euch namenhafte Qualitätsware ein, egal ob Auto oder Motorrad, dass kostet zwar mehr, ist aber sicherer und die Teile halten entschieden länger.

So, jetzt haben wir diesen Thread aber auch genug zu getextet.

Gruß



Verfasst am: 12.01.18 23:12
LoQue
Themenersteller
Dabei seit: 07.01.2018
Beiträge: 10
Hallo zusammen,

der Tag war lang, aber erfolgreich.
Die Transalp steht nun in meiner Garage.
25600km hat sie auf der Uhr. Alle Standard Sachen sind gut: Lenkkopf, Lenkeranschläge, Unfallfrei, Gabel ist dicht, Dämpfer ist dicht, Felgen sind gut, Auspuff ist gut.
Motor ist trocken. Der Tank sieht aus wie neu, wurde mit vollem Tank abgestellt.
Kolben waren nicht festgerostet, hab die Zündkerzen raus und die Maschine angeschoben.
Mit einer anderen Batterie sprang die Maschine nach einigen Umdrehungen an.
Und das mit dem alten Sprit. Läuft sauber und nimmt gut Gas an.

Leider gibt es zwei Negativpunkte:
Die Maschine wurde wohl zuletzt in einem Winter bewegt und danach nicht geputzt.
Man sieht einige Salzspuren und Flugrost. Zum Glück aber nichts was man nicht richten kann.
Außerdem sind beide Blinker hinten abgebrochen. Und der Kupplungs- und Hinterradbremshebel sowie Seitenständer sind gut rostig.

Jetzt geht es an herrichten:
1. Reparaturhandbuch bestellen
2. Batterie bestellen
3. Räder wegbringen und neue Reifen drauf
4. Putzen, Reinigen, Flüssigkeiten tauschen, Bremsen checken

Batterie habe ich schon gelesen: Yuasa
Reparaturhandbuch ist das hier das richtige oder? https://www.ebay.de/i/401222586535?chn=ps
Hat jemand einen Tipp für Blinker? Würde dann gleich auf LED umbauen.

Bilder gibts morgen, war einfach zu dunkel.
Außerdem bin ich platt und muss ins Bett.

Bis dann!
Verfasst am: 13.01.18 08:32
distro
Dabei seit: 25.07.2017
Beiträge: 190
Moin Lorenz,

das sind doch gute Nachrichten von der alten Dame.

Das Buch kannst Du bedenkenlos nehmen.

Ich selber habe z.B. das hier ...

https://www.amazon.de/Honda-600-Transalp-Africa-Twin/dp/3768852601

... und bin da auch lecker zufrieden.

Die besten Tipps mit dann wirklich allen Details bekommst Du aber hier in den technischen FAQs.

https://www.transalp.de/technik/reparaturen/

https://www.transalp.de/technik/umbauten/

https://www.transalp.de/technik/wartung/

ff. ...

Los, mach Bilder!!!icon_wink.gif


P.S. Eine gute Übersicht über die Originalteile bekommst Du online bei verschiedenen OEM-Händlern.

Ich bin hier gelandet:

https://www.oemmotorparts.com/oem4.asp?M=honda&T=XL600V&Y=1994&L=HO-XL600VR

"Mein" Originalteile-Holländer ist von allen üblichen Verdächtigen meiner Meinung nach der mit Abstand günstigste Händler. Dort habe ich unter anderem eine Seitenverkleidung, verschiedene Schrauben und Gummis und jetzt aktuell das Schutzblech bestellt.

Ich bestelle dort als "Gast" mit Paypal und würde diesen Händler empfehlen wollen.

Manchmal hilft es auch allein, dass man sich in den Übersichten die Original-Teilenummer holt und dann an anderer Stelle im weltweiten Netz auf die Suche geht.

[Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.01.2018 um 08:45.]

Viele Grüße
Dirk

(Ganzjahresfahrer / ... unverbesserlich)
Verfasst am: 13.01.18 11:40
LoQue
Themenersteller
Dabei seit: 07.01.2018
Beiträge: 10
Moin,

danke für deine Infos.
Das Technik FAQ ist inzwischen zu einer Dauerlektüre geworden bei mir. :)

Batterie ist bestellt, Handbuch hab ich das von dir genommen, gabs bei Amazon gebraucht für 25€.

Was ich noch garnicht erzählt habe:
Wir sind gestern noch Richtung Erding gefahren und haben für einen Freund bei jemandem eine Gepäckbrücke für MV Baghira geholt.
Dieser war ganz erfreut über meinen Kauf und hat mir direkt alles an Transalp Ersatzteilen geschenkt die er noch hatte. Ich war völlig überrumpelt und hab mich total gefreut.
Original Federbein mit 30tkm, original Federn für die Gabeln, Bremsscheibe mit 25tkm, originale CDI, original Luftfilter, original Motorschutz...glaube das wars.

Ich geh nun raus, mach Bilder, und dann nehme ich die Verkleidung ab.

Gurß Lorenz
Verfasst am: 13.01.18 12:33
TA96
Dabei seit: 23.10.2012
Beiträge: 262
Viel Spaß beim aufpeppenicon_wink.gif
Verfasst am: 13.01.18 13:31
LoQue
Themenersteller
Dabei seit: 07.01.2018
Beiträge: 10
So hier die Bilder.
Sieht schon ein bisschen fertig aus, hoffe ich bekomme das wieder hübsch.

Hab auch schon die ersten Probleme. Die Verkleidung hinten rechts will nicht ab, die untere Schraube weigert sich. Je eine Schraube der Blinker in den Seitenverkleidungen drehen durch :(
Außerdem fehlt links das Gitter vor der Auslassöffnung.

Weiter bin ich nicht gekommen, muss gleich arbeiten.
Außerdem bevor ich weiter mache die ganzen Schrauben beschriften :D

Gruß Lorenz

https://abload.de/thumb/3cru7.jpg https://abload.de/thumb/m1oag.jpg https://abload.de/thumb/2kruj.jpg https://abload.de/thumb/efotu.jpg https://abload.de/thumb/giq89.jpg https://abload.de/thumb/8zqqc.jpg https://abload.de/thumb/fcu6v.jpg https://abload.de/thumb/zlqvw.jpg
Verfasst am: 13.01.18 13:59
distro
Dabei seit: 25.07.2017
Beiträge: 190
Jooh, das sieht echt nach Arbeit aus!!!

Eine Sorge können wir Dir aber nehmen.
Links hat es kein Gitter in der Verkleidung. Das gibt es nur auf der rechten Seite, damit man nicht in den Ventilator am Kühler greift.

Viele Grüße
Dirk

(Ganzjahresfahrer / ... unverbesserlich)