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Zündaussetzer im mittleren Drehzahlbereich

Autor Nachricht
Verfasst am: 16.05.18 19:32
horst.w
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 1202
Ich auch! Zumindest solange, wie wir keine anderen Informationen haben. Die Schleifspuren an den Unterdruckkolben müssen ja irgendwo her kommen - und das bei der geringen Km-Leistung.
Ein Kandidat wäre auch die Unterdruckmembran, wenn sie schon nicht rissig ist, könnte sie falsch eingebaut sein; vielleicht sitzt sie auch nicht richtig, weil beim Zusammenbau der Kolben nicht hochgedrückt und damit der Zug auf die Membran verringert wurde, bis sie mit dem Deckel fixiert ist ... usw, usw, da gibt es etliche Möglichkeiten.

H.
Verfasst am: 17.05.18 11:17
Matze
Themenersteller
Dabei seit: 04.05.2018
Beiträge: 12
Gute Morgen,

Also dass ein Zylinder ausfällt ( keine Zündung warum auch immer) merke ich an zwei Sachen:
1.) fährt, hat aber keine Leistung in Verbindung mit der Information meiner hinter mir Fahrenden Freundin, dass es bei jedem Aussetzer nach Benzin riecht.
2.) gleiches Fahrgefühl wie defekt CDI Einheit. ( bin damals probeweise auch mit je einer CDI gefahren.)

Das Geräusch beim Auftreten des Fehlers ist dumpf vom Motor her. Auspuffseitig ist kein patschen oder knallen feststellbar.

Die Vermutung Benzinmangel passt gut zu den Riefen im Unterdruckkolben. Auch das Verschwinden des Fehlers nach mehrmaligem Aufdrehen könnte damit erklärbar sein, dass der Kolben durch den pulsierenden Unterdruck stückweise nach oben wandert.
Der komplett Tausch beiden Vergaser ist gerade leider nicht möglich. (unterwegs) Sollte der Fehler durch das Polieren des Unterdruckkolben nicht beeinflusst worden sein, werde ich das bald nachholen.
Für die Benzinzufuhr bis zum Vergaser kann ich allerdings garantieren. Das Innenleben des Vergasers ist blitzeblank. (ultraschallgereinigt)
Der Hinweis mit der falsch montierten Membran ist interessant, müsste aber eigentlich zu dauerndem Versagen führen oder?
Habe beim Montieren vorgestern zwar auf guten Sitz der Membran geachtet, den Kolben aber nicht wie beschrieben nach oben gedrückt. Gester ist der Fehler nicht aufgetreten, allerdings bin ich nur kurz gefahren.
Vielen Dank nochmal an alle für die vielen guten Hinweise!
Verfasst am: 17.05.18 12:02
horst.w
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 1202
... Benzingeruch ist doch bitte kein Beweis dafür, dass die Zündung aussetzt (elektrischer Fehler), es wird lediglich das vorhandene Gemisch (wenn es denn eines ist) nicht gezündet und das kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Allerdings ist es natürlich auch nicht auszuschließen, nur sind es 2 total unterschiedliche Bereiche und wenn man im Falschen sucht, wird es halt nichts. Mal abgesehen davon, dass der Teufel ein Eichhorn ist und man Läuse UND Flöhe haben kann.
So etwas müsste man haben! Bin gestern mit einem Werkstattmann mit meinem PKW test-gefahren, ich am Steuer, er am Laptop nebendran, der am Prüfstecker angeschlossen war.

Wie sich eine falsch eingebaute Membran / verschlossene Belüfteröffnung auswirkt, habe ich keine Erfahrungen hierzu; was ein Riss der Membran ausmacht, ist dagegen klar, dann fließt eben kein Sprit durch die Hauptdüse.
Membranen können durchaus teilweise funktionieren, ähnlich wie poröse Kühlwasserschläuche. Mal gehen sie auf (Fehler) mal bleiben sie bis zu einem gewissen Grad i.O., kann temperaturabhängig u.dgl. sein - eben alles möglich, selbst dass sie in eine Richtung normal funktionieren und in Gegenrichtung total versagen.

Einen Zahn muss ich Dir allerdings ziehen: Dein Glaube an blitzeblank, weil ultrageschallt.
Beim Ultraschallen kann man derart falsch liegen und Mist bauen, Du wirst es nicht glauben, Düsen und Kanäle im Vergaser werden nur selten richtig frei von Unrat, mindestens ist eine gehörige Portion Nacharbeit per Hand notwendig.
Ich besitze selbst eine US und ich weiss, von was ich rede!

H.

[Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.2018 um 12:05.]
Verfasst am: 17.05.18 12:23
Matze
Themenersteller
Dabei seit: 04.05.2018
Beiträge: 12
Also das mit der Zündung war wohl ein keines Missverständnis. Ich meine damit nicht, dass sicher kein Funken Zustande kommt, sondern nur, dass das Gemisch nicht gezündet wird. Das kann selbstverständlich die üblichen drei Ursachen haben: zu wenig Luft, zu wenig Benzin, zu schwacher Zündfunke.
Das Fahrgefühl ist allerdings ähnlich, unabhängig davon was den Aussetzer verursacht.
Danke für den Hinweis mit dem Ultraschallbad. Welche Hilfsmittel benutzt du für die Nacharbeit? Ich habe im Moment nichts dabei außer Stahldraht. Da dieser härter also Messing ist wird das sicher nicht gut sein zum reinigen...
Verfasst am: 17.05.18 12:34
klausi33
Dabei seit: 05.12.2012
Beiträge: 3043
Also die Riefen hast in vielen Vergasern, die würde ich nicht als Ursache sehen.
Mein Vergaser nach der ersten Mongoleifahrt hatte vom Sand nur mehr Riefen und lief nich ein paar Jahre.

Wenn unverbranntes Benzin in den Auspuff kommt riecht man das schon sehr stark, hatte mein Mitfahrer auch mal angemerkt das zeitweise der Benzingeruch hoch war beim Hinterherfahren.

Meine erste CDI die kaputtging hatte lange Zeit immer wieder Probleme bei 4500-6000 U/min

Und irgendwann ging die gar nicht mehr.

Tausche mal die CDi untereinander aus, wenn dann das Problem auftritt sollte man auch bemerken das der Drehzahlmesser zuckt.
Wenn das der Fall ist dann CDI.

Vergaser:
Ultraschallreinigen alleine ist keine Garantie auf sauberen Vergaser.
Aber da das Problem nur manchmal auftritt halte ich den Vergaser eher nicht für den Täter, denn entweder die Kanäle sind verlegt oder nicht.

Heißt jetzt nicht das es unmöglich ist das der was hat, aber persönlich würde ich eher in Richtung Zündung suchen.
Also Seitenständerschalter ok?
Zündungs Notaus ok?
Kein Wackler am Zündschloss ( ich hatte genau sowas das manchmal bei Vibrationen das kurz weg war....
CDI ok?




www.klausmotorreise.com
Verfasst am: 23.05.18 20:55
Matze
Themenersteller
Dabei seit: 04.05.2018
Beiträge: 12
Guten Abend,
Habe mittlerweile Gelegenheit gehabt den Fehler weiter einzugrenzen. Die Vergaser wurden getauscht und der Fehler ist mitgewandert. Das Zündsystem ist also jetzt außen vor.
Was mir beim Ausbau des Unterdruckkolbens des fehlerhaften Vergasers aufgefallen ist: Die Nadel der Hauptdüse steht zur Mittelachse des Unterdruckkolbens sehr schräg (deutlich sichtbar). In sich ist diese gerade.
Kann es sein, dass die schräg stehende Nadel den Kolben derart gegen die Zylinderwand drückt, dass dieser kurzzeitig klemmt? Wie sieht das bei euch aus, sind die Nadel und Der Kolben fluchtend? Gibt es eine Möglichkeit die Abweichung zu korrigieren?

Gruß aus Berlin und euch nen schönen Abend!
Verfasst am: 23.05.18 21:07
horst.w
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 1202
hier die Explo-Zeichnung,

die Einzelteile können bedingt gerichtet werden.
Ob da ein Klemmen durch den Schiefstand vorkommen kann, weiss ich nicht, wird wie immer "darauf ankommen". Aber die Reibstellen / Riefen kann ich mir schon vorstellen.
Kannst Du aber testen: mit Finger durch den Ansaug-Schlund den Kolben hoch schieben *), die Federkraft muss ausreichen, den Kolben wieder ganz nach unten zu drücken.

*) das auch beim Montieren der Membran zur Unterstützung machen, damit diese zugfrei eingesetzt werden kann.

https://up.picr.de/32776072fd.png

[Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.2018 um 21:13.]
Verfasst am: 23.05.18 21:36
Matze
Themenersteller
Dabei seit: 04.05.2018
Beiträge: 12
Kann es sein, dass die Zeichnung zum 87/88 Modell gehört? Habe die Scheibe unter der Nadel nämlich nicht, soweit ich weiß. Ansonsten fehlt diese, das Gemisch würde dadurch natürlich zu mager werden...
Aber mir ist in einer anderen Explosionszeichnung (89-96)aufgefallen, dass die Nadeln der beiden Vergaser unterschiedlich beschriftet sind. Kann der Fehler von einem Tausch der beiden Nadeln kommen? Ich gehe Mal davon aus, der hintere Zylinder soll etwas fetter laufen, wegen mangelnder Kühlung durch den Fahrtwind.
Verfasst am: 23.05.18 21:47
horst.w
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 1202
Nein, das ist mein Katalog von MyBike zur 92er.

Nicht nur die Nadeln (von denen ich das nicht konkret weiss, müsste man anhand der Teilenummern abgleichen), die Düsen selbst sind unterschiedlich. Wenn die vertauscht sein sollten, kann es natürlich nicht stimmen.

Hier kannst Du auch selbst recherchieren:
https://www.cmsnl.com/ einfach (!) durch die Jahrgänge blättern.

H.

PS:
Die Nadeln haben die gleiche Teilenummer.
Halt Stopp Retour !!! die Nadeln haben doch unterschiedliche Teilenummern und sind auch mit "V" und "H" - vorn und hinten - benannt.
Hatte mich in der Zeichnung an der Partnr. orientiert, weil da die Klammern sind für ein Set. Aber die Nr. 10 heißt "Platte", die Nadeln mit dem kleinen Teil sind Nr. 3 und 8 und da sind die Teilenummern in den ersten Ziffern unterschiedlich, währen die Buchstaben und die End-Nr. gleich sind.

H.

[Dieser Beitrag wurde 4 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.2018 um 23:26.]
Verfasst am: 25.05.18 16:16
Matze
Themenersteller
Dabei seit: 04.05.2018
Beiträge: 12
Servus,
Danke für den Link zu der Seite. Die kannte ich noch nicht.
Habe mir das alles angesehen und festgestellt, dass dieser Shop die Zeichnung des 87er Modells für alle Baujahre verwendet. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich aber. So ist z.B. Genau diese Scheibe bei der Nadel des 87er Modelles abgebildet, beim 92er aber nicht. Auch die Halterung (pos.10) hat sich im Lauf der Zeit geändert.
Nach den Explosionszeichnungen des englischen Honda Handbuches, welches ich hier im Forum gefunden habe ist das auch korrekt So.
Um auszuschließen dass der Vorbesitzer irgendwann Ersatzteile verwechselt hat, habe ich heute nochmal den Vergaser zerlegt.
Die Nadeln haben folgende Bezeichnungen: Vorne 9TA und hinten 9TB.
Testweise habe ich unter jede Nadel eine Passscheibe DIN 988 3*6*0,2 gelegt.
Bei der ersten Probefahrt habe ich keine Verbesserung feststellen können.
Weiß jemand, welche Abmessungen die original Passscheibe hat?
Vermutlich ist die Ursache des Benzinmangels aber noch vor der Hauptdüse zu suchen...
Gruß


[Dieser Beitrag wurde 2 mal bearbeitet, zuletzt am 25.05.2018 um 16:19.]