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Wales - Motorrad-Reise-Bericht

Autor Nachricht
Verfasst am: 14.01.17 10:21
Panny
Themenersteller
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 218
http://krad-vagabunden.de/s/cc_images/cache_2469870529.jpg

Viele Bilder, einen ausführlichen Bericht und GPS-Daten zum Downloaden von unserer Wales-Tour gibt es auf unserer Homepage: : http://krad-vagabunden.de/touren-fernreisen/wales-motorradreise/

Als Vorgeschmack im doppeldeutigen Sinne gibt´s hier schon mal das nostalgische Intro aus meiner Vor-Transalp-Ära:
Irgendwann in den 90ern in Wales: Ich presse verbissen die Lippen zusammen, damit nicht noch mehr von der salzig schmeckenden, dünnflüssigen Schafsgülle in meinen Mund gelangt. Dass ich an der Situation selber schuld bin, macht es nicht besser. Meine Freundin mahnte daheim noch: „Muss das sein? Das gibt garantiert Ärger!“. Ich hatte wie so oft kein Ohr für sie und glaubte an die Genialität meines Einfalls, die Schutzbleche von meinem Krad abzubauen. Das würde meinem Ratbike selbst auf einem der populärsten Motorrad-Umbau-Treffen Europas, der Kent Custom Show, Bewunderung einbringen. Und eben diese wollten wir nach unserem Walestrip ja noch ansteuern. Das solch gewagte Modifikationen nicht im Einklang mit der StVZO standen, erschien mir lästig aber trivial angesichts meiner Phantasien, in denen bärtige Rocker mir anerkennend auf die Schulter klopften und mit Whisky-Flachmännern Tribut zollten. Was ich nicht bedacht hatte: In Wales sind oft ganze Täler eine einzige riesige Weide, wo die Schafe auch auf der Straße rumlaufen und munter ihren Dung auf den Teer verteilen. Da es dort täglich mindestens einmal zu regnen schien, waren die Straßen mit einem Güllefilm bedeckt, den mein Vorderrad stetig und schwungvoll in mein Gesicht schleudert. Jedes Öffnen der Lippen wurde augenblicklich mit einem intensiven Geschmackserlebnis belohnt.

http://krad-vagabunden.de/s/cc_images/cache_2469870512.jpg

Die Brühe tropfte in den Kragen meiner Wachscottonjacke und saugte sich in meinen Jethelm. Noch Jahre später verströmten beide den eindeutigen Geruch von Schaf, sobald die Duftstoffe von Feuchtigkeit reaktiviert wurden. Grund genug für mich, Wales auf die Da-fahr-ich-nicht-mehr-hin-Liste zu setzen. Mittlerweile sind fast 20 Jahre vergangen, ich mache marginale Fortschritte auf dem Weg zur Weisheit, was sich in Details wie Schutzblechen am Motorrad zeigt und fühle, dass es Zeit wird, dem Land der Schafe und Hecken eine zweite Chance zu geben!

Mehr zu unserem Wales-Trip auf http://krad-vagabunden.de/touren-fernreisen/wales-motorradreise/

Gruß

Panny

Transalp-Weltumrunder
Verfasst am: 14.01.17 17:23
transalp-fuzzy
Dabei seit: 09.10.2016
Beiträge: 8
Hey Panny,

gab es denn auf der Custom-Show die erhoffte Anerkennung für deine intensiven Geschmackserlebnisse ?

Gruß Uwe
Verfasst am: 14.01.17 17:31
Panny
Themenersteller
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 218
"transalp-fuzzy" schrieb:

Hey Panny,

gab es denn auf der Custom-Show die erhoffte Anerkennung für deine intensiven Geschmackserlebnisse ?

Gruß Uwe


In der Tat hat mich so mancher auf der Insel gefragt, ob das denn bei uns legal wäre, so ganz ohne Schutzbleche und ich hab dann versucht möglichst lässig zu entgegnen: das wäre bei uns auch illegal, aber nur Kleingeister würden sich darüber Gedanken machen. Dabei war das Gegenteil der Fall. Die erste Etappe solcher Reisen wurden immer generalstabsmäßig geplant, um das Risiko eines Disputs mit den deutschen Gesetzeshütern zu minimieren.
Lang ist´s her...

Panny

Transalp-Weltumrunder
Verfasst am: 28.03.17 11:02
yazan
Dabei seit: 28.03.2017
Beiträge: 3
Ich würde ja auch gerne mal eine Tour auf der Insel machen - allerdings habe ich großen Respekt vor dem dortigen Linksverkehricon_frown.gif(
Verfasst am: 28.03.17 11:05
Panny
Themenersteller
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 218
"yazan" schrieb:

Ich würde ja auch gerne mal eine Tour auf der Insel machen - allerdings habe ich großen Respekt vor dem dortigen Linksverkehricon_frown.gif(


Das ist gar nicht so schlimm, wie man sich das vorab vielleicht vorstellt. Nach ein paar Stunden hast Du das verinnerlicht.
Schwierig ist, wenn überhaupt, nur das Szenario, wenn man länger in einsamen Gegenden ohne Gegenverkehr unterwegs ist. Dann neigt man im Affekt dazu, in Notsituationen auf die gewohnte Seite zu ziehen. Solange man (Gegen-)Verkehr hat, gibt es da normalerweise im Kopf keine Probleme.
Also: Nur Mut! Probier es aus!

Gruß

Panny

Transalp-Weltumrunder